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  • -MZ 05.05.2012

    WORT ZUM SONNTAG
    VON FELIX HOFMANN Gemeindereferent katholische Gemeinde
    St. Peter und Paul, Zeitz
    Die Sanduhr
    An der Kanzel des Zeitzer Doms sind sie zu finden: Sanduhren. Gleich vier Stück zwischen zwei Engeln mit Posaunen. Als noch von der Kanzel gepredigt wurde, hatten sie die Aufgabe, den Prediger darauf hinzuweisen, wann seine Predigtzeit zu Ende war.
    Sanduhren an sich sind äußerst faszinierend. Wenn man sie in der Hand hält, wirken sie zerbrechlich und der Sand in ihrem Inneren unglaublich fein. Wenn wir den Sand laufen lassen, wirkt er fast wie Wasser, das fließt.
    In mir löst der Blick auf eine solche Sanduhr aber noch mehr aus. Ich muss an das Sprichwort „die Zeit rinnt mir durch die Finger" denken. Dieser Sand in der Uhr kann mir durch die Finger rinnen, genau so wie die Zeit, die ich habe. Sekunde um Sekunde, Minute um Minute und Stunde um Stunde vergehen. Und mit dem Blick auf diese Sanduhr wird mir klar: Auch mein Sand wird irgendwann durchgelaufen sein, auch meine Uhr ist irgendwann abgelaufen. Es könnte einem beinahe Angst machen.
    In Gesprächen mit älteren Mitmenschen habe ich oft eine Gelassenheit kennenlernen dürfen, die bemerkenswert ist. Im Mittelpunkt stand weder die Angst um das Ende, obwohl es teilweise sehr nahe war, noch ein Jammern über die Kürze des restlichen Lebens, sondern eine tiefe und ehrliche Freude über die schönen und guten Erfahrungen und ein Vertrauen auf Gott. Ein Vertrauen darauf, dass jeder Moment wertvoll und jede Erfahrung gut war, auch wenn sie in diesem Augenblick anders wirkte. Ein Vertrauen auf diesen liebenden Gott, der uns nicht fallen lässt, wenn es uns schlecht geht, sondern immer ein offenes Ohr hat. Ein Vertrauen, das auch im hohen Alter und in Krankheit trägt.
    Könnte nicht diese gelassene Haltung in jedem Moment unseres Lebens hilfreich sein? Nicht die Zeit verrinnen zu lassen und von Termin zu Termin zu hasten, sondern jedes Sandkorn in der Uhr unseres Lebens liebevoll anzuschauen, anzunehmen und passieren zu lassen?
    Wir können viel lernen: von dem Symbol der Sanduhr und von den Menschen, die wir treffen. Jedes Korn unserer Sanduhr des Lebens ist wertvoll, auch wenn uns die Zeit durch die Finger rinnt.

    Text-Quelle: vom Sonnabend; 05.05.2012 MZ-Ausgabe Zeitz Seite 10

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