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Dr. Georg Agricola

... der in Zeitz begrabene erste systematische Mineraloge Deutschlands



Georgius Agricola, der das erste umfassende Lehrbuch ├╝ber Metallurgie, Bergbau und H├╝ttenkunde verfa├čte und in Fachkreisen der ganzen Welt als Begr├╝nder der Montanwissenschaften bekannt ist, wurde am 24. M├Ąrz 1494 in Glauchau als Georg Pawer geboren.

Nach einem Studium an der Universit├Ąt Leipzig, wo er den Namen Georgius Agricola annimmt, ist er von 1517 - 1521 in Zwickau t├Ątig zun├Ąchst als "Konrektor", dann als Leiter der Latein-, der Griechisch- bzw. der Stadtschule. Nach erneutem Studium in Leipzig geht Agricola 1522 nach Italien und arbeitet nach Studium in Bologna im Verlagshaus Aldus Manutius in Venedig an der ├ťbersetzung der Werke von Galenus und Hippokrates. Ab 1527 wird er Arzt und Apotheker in Joachimsthal und verfa├čt hier auch sein erstes Werk zum Bergbau, den "Bermannus". Mit dem Wechsel nach Chemnitz 1531 und der ├ťbernahme der Funktion des "Stadtleybarcztes" beginnt die fruchtbarste Zeit seines Schaffens, denn er verfa├čt hier die wichtigsten Werke zur Zoologie, Medizin, Politologie, Metrologie und Historik, vor allem jedoch zum Montanwesen. Am bekanntesten wurde das Hauptwerk "De re metallica libri XII" (Vom Bergbau, 12 B├╝cher), das allerdings erst nach seinem Tode erschien und heute in allen wichtigen Sprachen der Welt vorliegt. Bereits 1640/43 gab es eine chinesische ├ťbersetzung ("Kunyu gezhi"). Die erste moderne ├ťbersetzung ins Englische besorgten 1912 der ehemalige amerikanische Pr├Ąsident Herbert C. Hoover und seine Frau Lou.

Als Agricola am 21. November 1555 nach "heftigem Wechselfieber" verstarb, verweigerte ihm die Stadt Chemnitz, da er auch nach der Reformation seiner katholischen Konfession treu geblieben war. ein "solennes Begr├Ąbnis" nach alter Tradition in der Hauptkirche St. Jacob. Der Zeitzer Bischof Julius Pflug erkl├Ąrte sich jedoch umgehend bereit, seinem Freund im Dom die letzte Ruhe zu gew├Ąhren. So wurden die sterblichen ├ťberreste Agricolas nach Zeitz gebracht und in unserer Heimatstadt in der "Thurm-Kirche" (= Domkirche, der jetzigen Schlosskirche) beigesetzt. Seine Gattin und Kinder aber widmeten ihm nahe der Grabstellt "an der Wand der Kirchenseiten nach Mitternacht seitenhalben der Obert├╝r" eine Messingtafel" ein Epitaph mit den Worten:

D.O.M.

GEORGIO AGRICOLAE, MED. DOC. ET CONS. CHEMNIZENSI, VIRO PIETATE ATQVE DOCTRINA INSIGNI DEQVE REPVBLICA SVA OPTIME MERITO, CVIVS NOMEN SCRIPTA, QVAE RELIQVIT PRAECLARA IMMORTALITATI CONSECRARVNT, SPIRITVM AVTEM CHRISTVS IN SVA ILLA AETERNA TABERNACVLA TRANSTVLIT, VXOR LIBERQVE LVGENTES F. C. MORTVVS EST ANNO ETATIS SVAE LXII, XXI, NOV. A. D. MDLV, NATVS EST GLAVCHAE XXIV MARTII A. D. MCCCCXCIV

Zu deutsch: "Dem Arzte und B├╝rgermeister von Chemnitz: Georgius Agricola, einem durch Fr├Âmmigkeit und Gelehrsamkeit ausgezeichneten Manne, der sich um seine Stadt verdient gemacht hat, dessen hinterlassene Schriften ihm unsterblichen Ruhm verhei├čen, dessen Geist Christus in sein ewiges Reich aufnahm. Seine trauernde Gattin und Kinder. Er starb im 62. Lebensjahr am 21. November 1555 und war geboren in Glauchau am 24. M├Ąrz 1494."



Bemerkenswert ist noch die Todesnachricht, die Georg Fabricius, Rektor der F├╝rstenschule in Mei├čen, an Philipp Melanchthon ├╝bermittelte: "Ich wei├č, Ihr habt das Genie dieses Mannes hoch gesch├Ątzt, wenn er auch in seinen Anschauungen weit von Euch getrennt war, zumal in Fragen der Religion und des Heils der Seelen. Denn er lehnte unsere Kirche ab und wollte nicht mit uns in der Gemeinschaft des Blutes Christi leben. Deshalb ist ihm, als er gestorben war, durch eine Anweisung des Kurf├╝rsten ÔÇŽdie Beisetzung verweigert worden, und er wurde erst vier Tage sp├Ąter nach Zeitz gebracht und dort in der bisch├Âflichen Kirche begraben..:" Schon im 17. Jahrhundert, zur Zeit Zaders, war in der Zeitzer Schlosskirche, "Georgii Agricolae Me├čings Epicerdium nicht mehr vorhanden, sondern in andere Wege ver├Ąndert wurden." Vor kurzem jedoch wurde dem "Vater der H├╝ttenkunde" in der Zeitzer Schlosskirche vom Halleschen Bergwerksverein und der Mitteldeutschen Stahlwerke A.-G., Lauchhammer, ein ehrendes Denkmal gesetzt. Es besteht aus einer rechteckigen bronzenen Tafel, die in der Mitte mit einem Reliefbildnis Agricolas geschm├╝ckt ist, dar├╝ber aber die bereits oben im Wortlaut angef├╝hrte Epitaph-Inschrift seiner Frau und Kinder und darunter die deutsche ├ťbersetzung derselben in verk├╝rzter Form enth├Ąlt. Der Entwurf stammt von Prof. Gustav Weidanz aus Halle und wurde ausgef├╝hrt in der Kunstgewerblichen Schule Giebichenstein. Der Guss der Platte erfolgte im Stahlwerk Lauchhammer.


Das die Bronzeplatte schm├╝ckende Bildnis Georgius Agricolas ist eine Nachbildung des bekannten Medaillonbildes von Johannes Sambucus, ver├Âffentlicht in den ber├╝hmten ICONES VETERUM ALIQUOT, AC RECENTIUM MEDICORUM, PHILOSOPHORUMQUE ELOGIOLIS SUIS EDIT, AE OPERA I. SAMBVCI (Antwerpen 1574).

Die Weihe der am 27. November 1934 am nordwestlichen romanischen Vierungspfeiler im Dom St. Peter und Paul angebrachten Gedenktafel fand am 03. M├Ąrz 1935 statt. Anfang 1954 wurde die Agricola Gedenkplatte von der S├Ąule abgenommen und neben dem nord├Âstlichen Eingang angebracht, damit die S├Ąule mehr zur Geltung kommt. (DNW Nr. 17 vom 21.01.1954 Ausgabe Zeitz)

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